Wissenschaftsdebatte 2009 Science Debate Germany

TELI-Blog zur Wissenschaftsdebatte

Fragenkatalog zur Wissenschaftsdebatte

zu den ersten Antworten der Kandidaten zur Wissenschaftsdebatte

das Anschreiben als Vorlage (bitte an den Forscher Ihres Vertrauens schicken)

TELI-Wissenschaftsdebatte jetzt auch auf Twitter

Wissenschaftsdebatte und Zivilgesellschaft

Reaktionen aus der Politik

TELI-Pressekonferenz zur Wissenschaftsdebatte in Bremen am 9. November 2009:

- Historischer Hintergrund (Wolfgang Goede)
- Gedanken zur Wissenschaftsdebatte: Wie zimmern wir das Haus? (Axel Grychta)

FhG-Präsident Bullinger unterstützt die Wissenschaftsdebatte der TELI:Bild: FhG

"Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Debatte,
wie wir die Zukunft gestalten wollen. Die Menschen
brauchen Antworten auf die Fragen unserer Zeit.
Wir können die Chancen, die uns Forschung und Technik
eröffnen, nur nutzen, wenn die Menschen mitgehen."

FhG-Präsident Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger

Weitere Unterstützer: Helmholtz, Urania, Leibniz-Gemeinschaft, Deutsches Museum ... (siehe unten)

Pressemitteilung der TELI zur Wissenschaftsdebatte: Wissenschaft kommt in der Politik nicht mehr vor

Lag es an den (nicht) fragenden Journalisten? Im TV-Duell der Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl spielten Forschung und Bildung keine Rolle.

Erste Reaktionen auf die Pressemitteilung finden Sie im Anschluss daran.

Forschung in Deutschland – notwendiger denn je!

Wissenschaftliche und technische Forschung in Deutschland geraten ins Hintertreffen –
was können wir dagegen unternehmen?

Eine Gruppe von Wissenschafts- und Technikjournalisten der Journalistenvereinigung für Technisch-Wissenschaftliche Publizistik TELI nimmt die Bundestagswahlen zum Anlass, um eine breite öffentliche Debatte über Forschung, Wissenschaft und Technologie anzustoßen. Als Vorbild dient die Aktion des US-Journalisten Shawn Lawrence Otto. Er startete mit Kollegen im US-Wahlkampf die „Science Debate 2008“, die dazu beitrug, dass Forschung und Technik die neuen Schwerpunkte auf US-Präsident Obamas Polit-Agenda sind:

http://www.sciencedebate2008.com/www/index.php?id=42

http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/33009/

Als unabhängige Journalisten wollen wir eine solche Debatte jetzt auch in Deutschland in Gang setzen und zwischen Forschern, Politikern und Bürgern vermitteln. Dazu brauchen wir Ihre Mithilfe. Formulieren Sie als Wissenschafter und Mitarbeiter der führenden deutschen Forschungsorganisationen Ihre Wünsche und Fragen an die Politik, die Öffentlichkeit und uns Journalisten!

Wie Sie, Wissenschaftler oder Pressesprecher einer deutschen Forschungseinrichtung, an der Debatte teilnehmen können, erfahren Sie im Fragenkatalog weiter unten oder mit einer kurzen E-Mail an uns:

wissenschaftsdebatte [at] teli.de

Wir werden Ihre Beiträge sorgfältig lesen, daraus die 15 bis 20 wichtigsten Herausforderungen an die deutsche Wissenschaft und Technik herausarbeiten und den Spitzenkandidaten vorlegen. Die Antworten werden wir auf dieser Webseite publizieren, sie in allen Medien verbreiten sowie öffentliche Debatten initiieren. Wir planen in einem späteren Schritt die Wissenschaftsdebatte auf ganz Europa auszudehnen und sie letztlich auch bei EU-Wahlen zu aktivieren.
Deshalb haben wir in Deutschland den englischen Untertitel „Science Debate Germany 2009“ gewählt.

zum Fragenkatalog zur Wissenschaftsdebatte (für die angesprochenen Forscher)

Oetker: "Müssen sie zu leidenschaftlichen Interessenvertretern in eigener Sache werden"

"Politiker beschwören die hohe Bedeutung der Wissenschaft in Sonntagsreden. Nicht zuletzt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland müssen aber dafür sorgen, dass die Hochschulen dennoch nicht hinten runter fallen, wenn es konkret wird. Deshalb müssen sie zu leidenschaftlichen Interessenvertretern in eigener Sache werden. Wenn Ihnen Journalisten dabei helfen, dann ist das uneingeschränkt zu begrüßen."

Dr. Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes


Leibniz-Präsident Rietschel begrüßt die Wissenschaftsdebatte

"Ich begrüße die Idee, eine wissenschaftspolitische Debatte anzustoßen. In der Wissenschaft herrscht derzeit Dankbarkeit vor für die Fortführung des Hochschulpaktes, der Exzellenzinitiative und des Paktes für Forschung und Innovation. Wir verstehen dies auch als Verpflichtung, mit unserer Arbeit zur Zukunftsfähigkeit des Landes beizutragen."

Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst T. Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft


"Ein Forum im Internet zu schaffen, in dem Vertreter aus Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik offen über die Ziele von Forschungspolitik diskutieren, ist eine gute Idee. Denn die Gesellschaft finanziert einen großen Teil der Forschung und darf daher auch einen Gegenwert erwarten. Den liefert die Forschung auch, in dem sie einen deutlichen Beitrag zur Lösung der großen Herausforderungen der Zukunft leistet, zum Beispiel zum Umgang mit dem Klimawandel, zur Gesundheit der Bevölkerung, zur Ernährung der Welt. Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die Basis für wirkliche Fortschritte eine hervorragende Grundlagenforschung ist.

Die Perspektive der Wissenschaft unterscheidet sich naturgemäß von der der Politik, aber auch von der der Wirtschaft. Nur der offene und regelmäßige Austausch kann die jeweiligen blinden Flecken füllen, so dass Entscheidungen auf Basis einer umfassenden Sichtweise getroffen werden können."

Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft


Urania-Direktor Bleyer: "Schneisen der Orientierung"

"Die Urania begrüßt sehr die Diskussion darüber, wie in unserer von Wissenschaft und Technik geprägten Gesellschaft Einsichten vermittelt und damit aktive Mitwirkung ermöglicht werden können, wie das Interesse an wissenschaftlichem Fortschritt zu fördern und die Bedingungen für Forschung und Entwicklung zu verbessern sind. Wir helfen gern, Schneisen der Orientierung in das Dickicht moderner Informationsfülle zu schlagen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärken."

Dr. Ulrich Bleyer, Direktor Urania Berlin e.V.


Heckl: Wissenschaft ist Chefsache!

"Wir müssen wie der US Präsident die Erziehung von Wissenschaftlern in die Hand des Chefs legen.
Obama: 'I will make sure that math and science are cool again ...'
So muss auch in Deutschland Wissenschaft Chefsache werden damit die drängenden Probleme von der Wirtschaftskrise bis zur Klimaproblematik gelöst werden können."

Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums

 

Aus den USA erreicht uns Unterstützung von Shawn Otto, US-amerikanischer Wissenschaftsjournalist und Initiator "Science Debate 2008", dem Vorbild von Science Debate Germany 2009:

"The next great challenges Germany and the world face all revolve around science and technology. Mind-bending questions are surfacing around things like geoengineering, genetics, synthetic life, neuroscience, and nanotechnology. At the same time, global development is bringing long-festering science policy challenges like climate change, energy, innovation and the economy, biodiversity loss, ocean health, water supply and biosecurity to a head. "Whenever the people are well-informed," Thomas Jefferson wrote, "they can be trusted with their own government." In an era when the big challenges are science policy challenges, those who wish to to be trusted with the government have an obligation to discuss these topics.

In America, President Obama's answers to Science Debate 2008 formed the basis for his science policy and helped him become the most science-literate president in recent history. "We will restore science to its rightful place," he declared at his inauguration.

TELI's Science Debate Germany 2009 is no less critical for the future of Germany.
We would urge the candidates to take this very seriously.
"

Reaktionen & Medienberichte

- Die Deutsche Universitätszeitung (DUZ) über Wissenschaft im Wahlkampf (Ausgabe 10/2009 )

- "Forscher beklagen wissensfreien Wahlkampf": Markus Becker von SPIEGEL Online berichtet auch über die W-Debatte — er greift das Thema in der Woche nach unserer Pressemitteilung auf, telefoniert mit unserem darin als Ansprechpartner genannten Vorsitzenden Hajo Neubert eine halbe Stunde, ruft FhG-Präsident Bullinger an, erwähnt die Initiative der TELI aber im anschließend publizierten Beitrag leider nicht. Wir verbuchen den Beitrag dennoch als Erfolg!

- idw: Deutschland stellt die W-Frage

- Wissenschaftsdebatte im Netzwerk Gemeinsinn

- Haus der Wissenschaft in Braunschweig: Deutschland stellt die W-Frage

- Die Skeptiker (GWUP): Journalisten regen Wissenschaftsdebatte an

- Natur & Kosmos: Deutschland stellt die W-Frage

- F.A.Z. vom 5. August 2009: Forscher vor der Wahl – "Wissenschaftsdebatte" online  
- Uni Online: Wissenschaftsdebatte vor der Bundestagswahl

- BerliNews: Wissenschaftspolitik, bitte antworten! Fragen von HRK und TELI

- ScienceBlogs: Wissenschaftsdebatte auf der Wahlagenda

- P.M.: Wissenschaft für alle!Deutschland stellt die W-Frage

- Wissenschaft im Dialog: Wissenschaftsdebatte nach US-Vorbild

- SciBlog: Wissenschaftsdebatte


Weitere Links

Auch die ZEIT debattiert zum Thema Wissenschaftspolitik.


Hildegard Hamm-Brücher wirbt für mehr Bürgerdemokratie in Politik und Wissenschaft

Die Grande Dame der deutschen Politik, Dr. Hildegard Hamm-Brücher, wirbt für mehr direkte Demokratie in der Gesellschaft. Seit Jahren kritisiert sie die Entfremdung zwischen den politischen Parteien und den Bürgern. Das liege auch daran, dass die Parteien kaum noch Nachwuchs haben, dass nur 2,4 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger Mitglieder von Parteien sind, die Parteien aber alles zu entscheiden haben. „Es ist eigentlich eine Parteienoligarchie, die wir praktizieren, mit keinen wirklich überzeugenden demokratischen Grundlagen“, sagt die ehemalige Staatsministerin und dienstälteste Politikerin Deutschlands, seit 1948 im öffentlichen Leben. „Wir haben eine Parteiendemokratie und keine Bürgerdemokratie. Das ist eine offenkundige Fehlentwicklung.“ Deshalb muss die Stimme der Bürger und der Zivilgesellschaft mehr Gewicht erhalten.

„Wir brauchen mehr Dialog und Debatte, besonders auch mit den Forschern und der Wissenschaft, die die Welt von morgen gestaltet. Deshalb unterstütze ich die TELI-Wissenschafts-Debatte“, erklärt Staatsfrau Dr. Hildegard Hamm-Brücher, selbst promovierte Chemikerin. (Bild: Wolfgang Goede)


Zivilgesellschaft: Hier haben die BürgerInnen und deren Organisationen das Wort

"Wissenschaft existiert nicht um ihrer selbst willen, sondern muss dem Menschen dienen und ihm das Leben erleichtern. In diesem Sinne benötigen wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft viel mehr Forschung, die sich dem älter werdenden Menschen und dessen Bedürfnissen widmet sowie Lösungen für seine Probleme findet."

Gunda Krauss, Mitbegründerin des "Bündnisses zur Erneuerung der Demokratie" (BED) und Radlerin für eine CO2-freie, seniorenfreundliche, barrierefreie Mobilität in "Gunda unterwegs"


Zivilgesellschaftsforschung: Ein dringendes Anliegen

"Wir wissen heute, dass es neben Markt und Staat eine dritte Arena gesellschaftlicher Aktion gibt: die Zivilgesellschaft. Sie hat ihre eigene Handlungslogik und zunehmend ihre eigene Agenda. Wir wissen auch, dass wir diese Zivilgesellschaft und das hier prominente bürgerschaftliche Engagement dringend brauchen, um die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu meistern. Aber im einzelnen wissen wir über sie noch viel zu wenig. Wenn wir die Zivilgesellschaft stärken wollen, müssen wir die Grundlagen entwickeln. Wir brauchen spezielle Forschung und Lehre dazu, und wir müssen in anderen Wissenschaftsfeldern den Paradigmenwechsel anstoßen: weg vom alles überwölbenden Staat, hin zum Konzept der drei gleichrangigen Arenen."

Rupert Graf Strachwitz, Direktor des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft an der Humboldt Universität zu Berlin


Die politischen Programme der Parteien

hat Manfred Ronzheimer für BerliNews auf  ihre Aussagen zu Forschung, Technik und Wissenschaftspolitik durchforstet.

Die Parteiprogramme zur Bundestagswahl 2009:


Politik: Das erste Echo

Prof. Dr. Klaus Buchner, Physiker an der TU München
und gleichzeitig Bundesvorsitzender der ÖDP,
unterstützt die W-Debatte der TELI:
"Forschungsetat (...) müsste mindestens vier Prozent des Gesamthaushalts betragen";
Wissenschaftler seien "scheinselbständig, müssten sich ständig selber finanzieren, und von den Geldern müsste auch noch die universitäre Verwaltung quersubventioniert werden“, so Buchner.

(Webseite der ÖDP München)


Auf den Punkt:
MdB Johannes Singhammer

"Forschung und Innovation sind kein Teufelszeug,
sondern unverzichtbar für ein Überleben der Menschheit
in Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit."

Johannes Singhammer (CSU), Mitglied des Deutschen Bundestages, München; gewann das Direktmandat von Axel Berg (unten)


Globale Klugheit fehlt

"Angesichts der immer schneller wachsenden Menge unseres menschlichen Wissens und der heute verfügbaren technischen Werkzeuge wie des Internets erscheint es ernüchternd, dass sich die vielen Erkenntnisse und Entdeckungen des Menschen bisher noch nicht in einer globalen Klugheit und einem geänderten Verhalten niedergeschlagen haben. Grund dafür ist meiner Ansicht nach der evolutionär begrenzte individuelle Erfahrungshorizont jedes Einzelnen: trotz vieler abstrakter Möglichkeiten sind wir praktisch nicht dazu konstruiert, mit einer wachsenden Flut an Spezial- und Detailwissen in unserer Alltagswelt umzugehen; trotz abstrakter Einsichtsfähigkeit in drohende Umweltkatastrophen sehen wir in unserem eigenen Verhalten keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern; Das kann und muss sich ändern, wenn wir nicht nur als Einzelne sondern auch als Gesellschaft überleben wollen: Die Daten, die Technik und die Mittel sind vorhanden, wir müssen sie nur konsequent nutzen, um uns der Konsequenzen unseres individuellen Verhaltens bewusst zu werden."

Dr. Axel Berg, Bundestagsabgeordneter für den Münchner Norden und (bis zur Wahl 2009) Stellvertretender energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

Bildnachweis: Heide Schneeberger, Quelle: Webseite

Wissenschaft und Technik sind wichtige Grundpfeiler unserer Gesellschaft. „Technischer Analphabetismus“ führt daher leicht zur politischen Unmündigkeit. Deshalb gründete eine Gruppe von 32 engagierten Journalisten aus Redaktionen und Pressestellen (letztere nannte man damals "Literarische Abteilungen") am 11. Januar 1929 in Berlin die „Technisch-Literarische Gesellschaft e.V.“ Sie ist damit die weltweit älteste Organisation von Technik- und Wissenschaftsjournalisten. Heute gehören ihr nahezu 200 Mitglieder an.

Zweck der Gesellschaft ist es, zur Entwicklung und Verbreitung der unabhängigen technisch-wissenschaftlichen Publizistik in der Öffentlichkeit beizutragen und damit zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung.

Die TELI ist darüber hinaus eng in das Geflecht internationaler Wissenschafts- und Technikjournalistenverbände eingebunden und treibt deren Fortentwicklung mit voran. Sie ist beispielsweise Gründungsmitglied der European Union of Science Journalist‘s Associations (EUSJA), der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftsjournalisten Mitteleuropa (ARGE) sowie der World Federation of Science Journalists (WFSJ), in denen maßgebliche nationale Wissenschaftsjournalisten-Vereinigungen über Ländergrenzen hinweg kooperieren.

Verantwortlich: Hajo Neubert, 1. Vorsitzender der TELI, Redaktion: Axel Fischer, E-Mail redaktion (at) teli.de
Vorsorglich, aber ausdrücklich distanzieren sich TELI und Redaktion unter Bezug auf das LG-Urteil Hamburg vom 12.05.1998 von allen Web-Inhalten, die über Links aus dieser Website zu erreichen sind, auf deren Veröffentlichung sie aber keinerlei Einflussmöglichkeit haben.

Letzte Aktualisierung: Sonntag, 6. Dezember 2009