Geburtstag Nr. 2 x 3 x 3 x 5 – Von Herzen: Alles Gute, Jean Glücks-Pütz!

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Helmut Scheel, Peter Knoll, Wolfgang Goede, Nina Eichinger, Arno Kral, Jean Pütz, Gert Voland, Dietmar Schmidt, Katrin Richthofer (v.l.)
Jean Pütz bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der TELI. Foto: Peter Knoll

Als Abiturient konnte ich mit Jean Pütz im TV noch etwas über Elektrizität dazulernen – zumindest, wie ich sie meinen Nachhilfeschülern besser erklären konnte. Als Soldat hatte ich keinen Fernseher mehr, ebenso wenig als Student. Doch als junger Vater war ich wieder drin, in der Hobbythek. Es war dann der Hobbytipp Nr. 263, mit dem ich mein Söhnchen schwer beeindrucken konnte: Riesige Seifenblasen, massenhaft, kindskopfgroß und mithin meterlang. Von einer Pressereise aus New York zurück, hatte ich die Hauptzutat im Gepäck, zu der der gute Jean geraten hatte: Joy, ein ordinäres Geschirrspülmittel, anders als die hiesigen ganz ohne Schaumbremse. 70 Milliliter, dazu eine Maß destilliertes Wasser, 8 Milliliter fettfreies Glyzerin, und, damit es ja schön klebt, etwas Puderzucker – gerührt, nicht geschüttelt. Dazu selbst zurechtgebogene Ringe aus einem oder mehreren Pfeifenreinigern, und für die ganz großen Durchmesser rund zurechtgebogene Drahtkleiderbügel, überzogen mit Rundschnürsenkeln, die ebenfalls viel der Seifenblasentinktur halten konnten, eine ausreichend große, flache Schüssel zum Eintauchen – und schon konnte man Vater und Kind vor staunenden Nachbarn und Buspassagieren mit riesigen, bunt schillernden Blasen, manche zu langen Schläuchen ausgedehnt, über einen breiten Bürgersteig im Münchner Süden toben sehen, voller Glück über Machen (Vater) und Kaputtmachen (Sohn).

Vielen Dank für dieses Glück, Jean Pütz!

90 Jahre hast Du nun vollendet, neunzig Mal mit der Erde die Sonne umrundet – dazu gratuliert die Technisch-Literarische Gesellschaft natürlich ganz besonders herzlich. Und mit einer gewissen Demut: Die TELI ist gerade einmal sieben Jahre älter als du.

Du gehörst zu unseren ältesten und treuesten Mitgliedern, bist bei den großen journalistischen Veranstaltungen der vergangenen Jahre regelmäßig dabei, ob in Berlin oder in München – Neugier hält offenbar länger als jede TÜV-Plakette. 

Was die TELI seit 1929 umtreibt, hast Du jahrzehntelang mustergültig praktiziert: Wissenschaft und Technik aus den Labors heraus und mitten hinein ins Leben zu tragen. Anschaulich, verständlich, unterhaltsam – und durchaus kritisch. Mit deinen legendären Fernsehsendungen und Büchern hast Du uns Wissenschafts- und Technikjournalisten vorgemacht, dass man komplizierte Dinge erklären kann, ohne selbst kompliziert zu werden.

Und dann natürlich: der Schnauzer – ein journalistisches Markenzeichen, fast schon ein eigenes TELI-Mitglied. Damit und zusammen mit deinem Humor und Charme hast Du der oft gravitätischen Wissenschaftsberichterstattung etwas gegeben, was ihr gut tut: Witz und Leichtigkeit und Lust am Staunen.

„Unkraut vergeht nicht“, schreibst Du in der Einladung zu Deiner Geburtstagfeier. Das beruhigt uns. Denn wer mit 90 noch im Garten arbeitet und aus der Hobbythek inzwischen die Happythek gemacht hat, liefert den Beweis gleich selbst.

Wir wünschen Dir und Deinen Lieben weiterhin bestes Gedeihen, viel Neugier und reichlich Erfindergeist.

Und wir schauen schon einmal drei Jahre voraus:

2029 wird die TELI 100.
Du wirst dann 93 sein.

Wir finden: Das ist der perfekte Zeitpunkt, Dich beim TELI-100-Event als Ehrengast und Laudator wiederzusehen.

Herzlichste Glückwünsche zum Neunzigsten!

Die wünsche ich Dir im Namen des TELI-Vorstands und der gesamten Mitgliedschaft – Arno Kral.