Der Vorstand der Technisch-Literarischen Gesellschaft (TELI) gratuliert der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) herzlich zu ihrem 40-jährigen Bestehen.
Die TELI unterstützt die WPK-Thesen für einen unabhängigen, kritischen Wissenschaftsjournalismus. Denn dieser ist mehr als ein Vermittler zwischen Forschung und Öffentlichkeit: Er ist ein Pfeiler der Demokratie – gerade in Zeiten, in denen Wissen unter Druck gerät, Gewissheiten bröckeln und Desinformation um sich greift.
Forschung, Wissenschaft und Technologie bleiben ein Zukunftslabor mit offenem Ausgang. Entscheidend ist, wer daran mitwirkt, wer Zugang zu Erkenntnissen erhält und wem ihre Ergebnisse zugutekommen.
Wissenschaftsjournalismus muss deshalb Brücken bauen: zwischen Disziplinen, gesellschaftlichen Kräften, internationalen Perspektiven. Der Austausch mit der weltweiten Community der Wissenschaftsjournalisten gehört dazu.
Die TELI hat diese internationale Vernetzung als Pionierin vorangetrieben: Sie war an der Gründung der European Union of Science Journalists’ Associations (EUSJA) auf europäischer und des World Federation of Science Journalists (WFSJ) auf globaler Ebene beteiligt. Letzterer hat inzwischen 13 Weltkongresse ausgerichtet. Von diesen internationalen Zusammenkünften und den dabei gewonnenen Erkenntnissen haben wir alle profitiert.
In ihrer bald hundertjährigen Geschichte hat die TELI die Brüche und Umwälzungen Deutschlands mit- und überlebt – in Politik und Wirtschaft, Forschung und Kultur. Ihre Geschichte spiegelt damit auch die Deutschlands: bisweilen wie ein Brennglas, das Fortschritt und Rückschritt, Aufbruch und Abgrund sichtbar macht.
Was bleibt als Lehre? Verantwortung für das Gemeinwesen beginnt bei jeder und jedem Einzelnen. Sie braucht Selbstbestimmung und Zivilcourage – und Menschen, die Erkenntnisse eigenständig beurteilen und souverän mit Wissen umgehen können.
Erkenntnismündigkeit und Wissenssouveränität sind dafür zentrale Voraussetzungen. Die Kuratoren davon sind wir: die Wissenschaftsjournalisten.
Für die kommenden Jahre wünschen wir den Kolleginnen und Kollegen der WPK eine ruhige Hand und die nötige Beharrlichkeit – gerade in einer Medienwelt, die sich, nicht zuletzt wegen des Aufkommens der KI, rasant verändert, und in der unabhängiger Journalismus mehr denn je gebraucht wird.











