Mit Tradition und Innovation in die Zukunft der TELI

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Liebe Damen und Herren in der TELI, liebe Freundinnen und Freunde in der TELI,

Routiniert: Arno Kral, 1. Vorsitzender der TELI, moderiert die Diskussion.
Erster Vorsitzender Arno Kral. Foto: Peter Knoll
Im Jahr 2019 jähren sich die beiden ersten bemannten Mondlandungen zum 50. Mal. Diese Ereignisse hatten nicht nur mich als damals 13-Jährigen, sondern auch viele andere an Fortschritt durch Technik und Wissenschaft glauben lassen. Dieser Tage stehen Menschen unter dem Eindruck von Datenkraken, die alle Lebensbereiche durchdringen. Dadurch stehen sie dem technischen und wissenschaftlichen Fortschritt oftmals skeptisch gegenüber, obwohl im Wesentlichen das Gute daran überwiegt! In keinem Zeitalter gab es im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung weniger Hunger- oder Seuchentote auf der Welt. Denjenigen, die sich in der TELI organisiert hatten, war es zur Aufgabe geworden, durch Recherche und Publikationen Technik zu erklären, die Errungenschaften der Forschung in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen und Visionen für eine Entwicklung eine bessere Zukunft zu vermitteln.
 
Bringen Sie sich ein! Lassen Sie uns miteinander eine Mission, einen Schwerpunkt für die Arbeit der TELI in den kommenden zehn Jahren entwickeln.
 
Die TELI ist in ihren Veranstaltungen durchaus modern! Immer wieder nehmen Print- und Medien wie der SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung oder das Wissenschaftsmagazin „nano“ Themen auf, welche die TELI viele Monate zuvor zu Inhalten ihrer Jours fixes oder Exkursionen auserkoren hatte: Epigenetik, erneuerbare Energien und deren Verteilnetze, Elektromobilität und deren Infrastrukturbedarf, thermische Abfallverwertung, Robotik, künstliche Intelligenz, die Gefahren für Augen durch LED- und Bildschirmbeleuchtung, Bedrohungen aus dem Internet, dem Darknet – um nur einige zu nennen. Zu nennen wäre in diesem Zusammenhang auch „Wissenschaft im Dialog – die Initiative der deutschen Wissenschaft“ mit „Wissenschaft-kontrovers“ und „Die Debatte“, die sich an ein Format anhängt, das die TELI entwickelt und mehrfach erfolgreich umgesetzt hat – die „Wissenschaftsdebatte“. Um mit diesem Potenzial erfolgreich sein zu können, braucht die TELI ein neues Narrativ. Wie im Betreff zu lesen, möchte ich das Narrativ „Mit Tradition und Innovation in die Zukunft der TELI“ vorschlagen. Helfen Sie mit dabei!

Denn: Im Jahr 2019 wird die TELI 90 Jahre alt, ein Grund zum Feiern für alle, die in der TELI organisiert sind, aber auch ein Grund, darüber nachzudenken, wie es gelingen kann, unsere ehrwürdige Journalistenvereinigung bis zu einem 100-jährigen Jubiläum weiter zu führen, wieder mehr mit Leben zu füllen und deutlich zu verjüngen, und zu überlegen, was jeder und jede einzelne dafür tun kann. Doch ohne die aktive Mithilfe möglichst aller Mitglieder der TELI wird es kaum gelingen, die TELI zu verjüngen.

Also: Werben Sie in Ihrem Umfeld und schreiben Sie auch für die TELI-Web-Seite! Bedenken Sie, dass die 2016 in Kraft getretenen Änderungen an TELI-Satzung und TELI-Geschäftsordnung nun auch Menschen die Mitgliedschaft erlaubt, die keine reinen Medien-Journalistinnen und –Journalisten sind. Ein Weiter-so wird aufgrund der demographischen Faktenlage die nächste Dekade nicht durchzuhalten sein.

TELI-Webseite

Nutzen Sie die neue, professionell designte und gewartete TELI-Web-Seite. Sie war auch deshalb eingerichtet worden, um denjenigen TELI-Mitgliedern, die nicht mehr im Berufsleben stehen, eine einfach zu bedienende Plattform zur Veröffentlichung all jener Geschichten zu bieten, für die sich kein Verleger findet, die aber dennoch gelesen werden sollten. Ich unterstelle, dass viele von uns noch viel zu sagen haben.

Doch obwohl die neue TELI-Webseite nun bereits seit drei Jahren in Betrieb ist, lässt sich die Zahl derjenigen, die einen Autorenzugang beantragt haben, an einer Hand abzählen. Umso mehr möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die mit ihren Berichten und Geschichten ihren Beitrag dazu geleistet haben, der TELI über ihr zentrales Organ eine Öffentlichkeit zu verschaffen. All jene, die sich nicht mehr mit unserer Publikations-Maschine befassen wollen oder können, können mit Hilfe unserer Web-Masterin Nina Eichinger und unseres Content-Managers Hajo Neubert ihre Geschichten dennoch veröffentlichen, wenn sie diese nur – gerne auch mit begleitendem Bildmaterial – per E-Mail an den vorstand@teli.de schicken.

Die Mitglieder der TELI fordere ich ferner auf, unsere Web-Seite häufiger zu besuchen. Denn hier finden sie alle für den Verein und seine Mitglieder relevanten Informationen – auch solche, ehedem zumeist über die ehemalige Yahoo-Mailing-Liste verteilt worden sind, darunter Veranstaltungshinweise, Ausschreibungen, Reportagen und Berichte.

TELI-Mailing-Liste

Wegen der neuen Europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSVGO) war ein Weiterbetrieb der Yahoo-Liste rechtlich viel zu unsicher. Dennoch mehren sich Stimmen, einen Ersatz für die Yahoo-Liste zu finden, und auch Menschen außerhalb der TELI wieder mit Informationen aus der TELI und von TELI-Mitgliedern zu versorgen. Der Vorstand arbeitet bereits an einer rechtskonformen Lösung, muss aber auf die erhebliche Arbeitsbelastung hinweisen, die mit Einrichtung, Wartung und Pflege einer neuen, DSVGO-konformen Mailing-Lösung einhergeht.

TELI-Mitgliederversammlung 2019

Im Jahr 2019 steht uns die nächste TELI-Mitgliederversammlung ins Haus. Aus Kostengründen und aufgrund der Mitgliederdichte soll sie erneut im Münchner Raum stattfinden, idealerweise noch im Frühjahr. Turnusmäßig steht die Wahl sämtlicher Mitglieder des TELI-Vorstands und der TELI-Gremien auf der Tagesordnung. Ich bitte alle TELI-Mitglieder, sich aktiv ins Vereinsleben einzubringen und sich für diese ehrenamtlichen Posten zu bewerben.

Ich hoffe auf Ihre aktive Beteiligung an der Gestaltung der TELI-Zukunft – schreiben Sie mir.

TELI-Jours-fixes

Ich wünsche mir Ihre rege Beteiligung an unseren TELI-Jours-fixes zu technisch- wissenschaftlichen Themen mit gesellschaftlicher Relevanz und fordere Sie auf, solche Veranstaltungen zu organisieren – der Vorstand hilft gerne dabei.

 

Und ich zähle auf Ihre Anwesenheit bei der nächsten Mitgliederversammlung – es geht um nichts Geringeres als das Fortbestehen unseres Vereins, ganz im Sinne des Narrativs: Mit Tradition und Innovation die Zukunft der TELI gestalten.

Ich wünsche Ihnen und euch von Herzen geruhsame und besinnliche Feiertage und für das Neue Jahr 2019 Gesundheit, Glück und allzeit gute Laune. Lassen Sie mich meine Weihnachtsbotschaft schließen mit dem Verweis auf Wolfgang Goedes Beitrag für die TELI-Web-Seite, die „TELI-Sternstunden-Bücher“. Er beweist mit seinen Artikeln immer wieder aufs Neue, dass ein Leben im Ruhestand nicht der Abschied vom aktiven Journalismus sein muss.

3 Kommentare

  1. “obwohl im Wesentlichen das Gute daran überwiegt! In keinem Zeitalter gab es im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung weniger Hunger- oder Seuchentote auf der Welt.”

    Das ist heutzutage nicht den Fortschritten durch Technik und Wissenschaft zu verdanken.

    Hunger: Die Verteilung von Nothilfe-Nahrungsmitteln ist heute besser organisiert. Grund für weniger Hunger ist also Infrastruktur und Organisation.

    Seuche: Bei “Seuchen” (übertragbare Krankheiten) mag es Fortschritte geben. Aber der Peak ist erreicht. Technik und Wissenschaft helfen nicht mehr. Dass sich in Deutschland/in Europa immer mehr die Masern ausbreiten, ist keine Frage von Technik und Wissenschaft. / Andere Krankheiten: Weder bei Malaria noch bei Ebola gibt es Fortschritte, weil die Reichen dafür kein Geld ausgeben wollen.

    Klima: Wo haben Wissenschaft und Technik geholfen, die Klimakrise und die Vernichtung von Arten zu verhindern? Sie haben das Gegenteil getan, und tun es heute noch. Das ist einfache Physik: Jede neue Technik verbraucht mehr Energie (Jevons Paradox) und immer mehr Rohstoffe, wodurch Ökosysteme zerstört werden.

    Vergiss die Technik. Lass stattdessen die Wissenschaft blühen. Engineers können nicht holistisch denken.

    Weniger Technik, weniger Konsum, weniger Probleme.

  2. Liebe TELI-Mitglieder,

    vielen Dank für den Bericht, dem ich voll zustimme. Er erinnert mit daran, dass ich mittlerweile fast 49 Jahre Mitglied bei der TELI bin, mir aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen verursacht, dass ich mich so wenig in Ihre lobenswerten Aktivitäten eingebracht habe, obwohl wir alle an einem Strang ziehen.
    Wie Sie wissen, war ich einer der Gründerväter und langjähriger 1. Vorsitzender der Wissenschaftspressekonferenz, die wir seinerzeit wegen der wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit gegründet haben, um garantiert Einflüsse von industrieller und politischer Seite zu minimieren. Dieser Arbeit habe ich mich ganz besonders gewidmet, trotzdem aber die Aktivitäten der TELI stets mit Wohlvollen verfolgt, auch die Turbulenzen, in die sie geraten ist, bin ich ihr als Mitglied bewusst treu geblieben. In einer postfaktischen Zeit ist es umso wichtiger, dass wir am gleichen Strang ziehen. Wenn Wissenschaft bei politischen Entscheidungen keine Relevanz bekommt, geht unsere Demokratie baden.
    Alle in Ihrem Schreiben genannten Aktivitäten unterstütze ich deswegen auf das Intensivste. Wie Sie wissen, habe ich meine Arbeit als Wissenschaftsjournalist vor allen Dingen auch der Tatsache gewidmet, dass auch Menschen, die der Notwendigkeit der Logik und der Vernunft nicht so große Bedeutung beimessen, wenigstens so informiert werden, dass ihnen die Errungenschaften der Wissenschaft und Technik und ihr Nutzen – wenn auch nur emotional – plausibel bleiben. Die ‘Hobbythek’ war für mich ein trojanisches Steckenpferd, um das zu vermitteln.
    Nach meiner Pensionierung führe ich diese Aktionen weiter. Ich unterhalte z. B. eine offizielle Seite bei Facebook, weil ich glaube, damit immer noch jüngere Menschen erreichen zu können. Unter dem Obertitel ‘Der Vernunft eine Chance’ weise ich dort eklatante Widersprüche in der Technologie-Politik auf. Mit über 40.000 Abonnenten und einer Reichweite von 200.000 Bürgern scheine ich zumindest eine gewisse Aufmerksamkeit zu erreichen, wenngleich das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
    Schon vor 15 Jahren scheine ich vorausgesehen zu haben, dass bewusste Falschmeldungen – auch aus der Wissenschaft – unsere Bürger auf die Dauer vom Verständnis und der Einordnung unserer technischen Errungenschaften immer weiter entfernen, so dass Scharlatane die Möglichkeit haben, den Bürgern die Sterne vom Himmel zu holen, ganz nach dem Motto: Wir brauchen keine Kraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose.
    Deshalb habe ich damals schon eine Homepage: http://www.jean-puetz.net eröffnet, auf der sich mittlerweile unter dem Button ‘Lexikon der Wissenschaft’ über 50.000 garantiert seriöse, wahrhafte und verständliche Meldungen angehäuft haben. Dass diese intensiv besucht wird, zeigt sich besonders, seit dem wir die Rubrik ‘Wissenschaft – soeben eingetroffen’ geschaffen haben. Successive gehen diese Berichte dann ins ‚Lexikon der Wissenschaft‘ über.
    Wir sollten versuchen, die hervorragenden Tätigkeit der TELI mit meiner zu verlinken. Im Voraus werde ich den Beitrag ‘TELI-Jahresendansprache: Mit Tradition und Innovation die Zukunft der TELI gestalten’ veröffentlichen. Dort befinden sich auch unter dem Button ‘Gedanken zur Zeit’ etliche, mehr philosophische Berichte, die auch ganz gut auf die Homepage der TELI passten. Ich habe nichts dagegen, wenn bestimmte Meldungen daraus von der TELI aufgegriffen würden.

    Ich wünsche einen fröhlichen Rutsch und für das Jahr 2019 Frieden, Gesundheit, Glück und viel Erfolg.

    Ihr Jean Pütz

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